Mal ein paar praktisches Info zu Thessaloniki

Ein Sonnenuntergang in Thessaloniki von der Festung Heptapyrgion gesehen

Während unseres Urlaubs in Griechenland konnte Nico einem erneuten Besuch von Thessaloniki nicht widerstehen – sie ist die beliebteste Stadt für all diejenigen, welche gutes Essen und Straßenfotografie lieben. Aber Thessaloniki stellte für uns eine größere Herausforderung dar, als wir ursprünglich gsumedacht hatten. Im Nachhinein sind wir froh über unsere Entscheidung, dorthin gereist zu sein. Wir möchten gerne ein paar praktische Tipps mit Ihnen teilen, die auf den Erfahrungen unserer Reise nach Thessaloniki beruhen: wie kommt man am besten nach Thessaloniki, in welchen Teilen der Stadt kann man sich gut aufhalten, wie man sich fortbewegt und wo die besten Restaurants zu finden sind.

 

Per Zug von Athen nach Thessaloniki

 

Nachdem wir uns Athen angeschaut hatten, fällten wir die Entscheidung, in den Norden Griechenlands zu reisen. Das Wetter in Thessaloniki sollte im Januar etwas schlechter als in Athen sein (kälter und mehr Schnee). Aber Nico war der Meinung, dass trotz der nicht optimalen Wetterbedingungen sich die Reise für ein paar gelungene Fotos nach Thessaloniki lohnen würde.

 

Wie kommt man am besten von Athen nach Thessaloniki? Wir empfehlen eine Zugfahrt. Unser Zug von Athen nach Thessaloniki fuhr bequem in den Morgenstunden los  – keine Rushhour um 5, bevor die Sonne aufgeht. Wir konnten die Zugtickets direkt am Athener Bahnhof (er trägt den Namen Larrissa Hauptbahnhof) kaufen, sogar eine halbe Stunde vorher, bevor unser Zug ankam. Das einzige, was uns verwirrte, war, dass der Name des Ankunftsbahnhofs in den Buchstaben des griechischen Alphabets geschrieben war. Das war ein bisschen stressig, da wir nicht uns vollständig sicher waren, ob wir uns am richtigen Gleis befanden. Wenn man in Griechenland von etwas verwirrt ist, stellt das unserer Erfahrung nach niemals ein Problem dar, da sich die Griechen ausgesprochen gastfreundlich verhalten und ein offenes Ohr für Touristen haben. Wir brauchten nur jemanden danach zu fragen und schon brachte uns ein Mann, mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht, zum richtigen Zug.

 

Die Zugfahrt dauerte fünf Stunden und gehörte zu den Höhepunkten unserer Reise. Wir fuhren an atemberaubenden Bergen in Zentral- und Nordgriechenland vorbei und genossen z. B. den Ausblick auf den Olymp – dem Ort, an dem die antiken Götter gelebt haben sollen. Wir passierten auch viele kleine Dörfer, in denen es sogar im Winter noch grünte. An einem Punkt fuhren wir sogar am Mittelmeer vorbei. Was eine lange Zugreise hätte sein können – für uns verging die Zeit bei diesen tollen Ausblicken, den leckeren Sandwichs und dem griechischen Kaffee aus dem Zugrestaurant wie im Fluge. Es schien, als würde der Zug ganzjährig nur von Griechen genutzt werden, da uns kaum Touristen begegneten.

 

Der Weiße Turm in Thessaloniki und das Nationaltheater von Nordgriechenland, Nacht

Der Weiße Turm in Thessaloniki und das Nationaltheater

Wie man in Thessaloniki von A nach B kommt

 

Etwas müde, aber dennoch glücklich aufgrund der tollen Ansichten, kamen wir am Thessaloniki Hauptbahnhof an. Wir wollten unserer Faulheit Ausdruck verleihen und per Uber ein Privattaxi bestellen, etwas, was wir schon aus Athen kannten. Allerdings gab es keine Uber-Fahrzeuge in Thessaloniki. Wir waren scheinbar auch zu langsam gewesen, da am regulären Taxistand kein einziges Taxi zu finden war. Keine Buslinie fuhr in der nächsten Zeit direkt ins Zentrum. So entschieden wir uns, zu Fuß zu gehen, da das Zentrum nur 20 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt war. Abgesehen von den schweren Koffern von Nico, in denen sich seine Kameraausrüstung befand, bereitete uns der Spaziergang große Freude, besonders, weil wir durch kleine bezaubernde Gassen gehen mussten. Das war ein toller Beginn unserer Reise nach Thessaloniki. Wir stellten quasi fest, dass man jeden wichtigen Punkt in Thessaloniki zu Fuß erreichen kann.

 

Wir gingen größtenteils den ganzen Tag spazieren, da wir durch diese Art der Fortbewegung die gesamte Stadt gut kennenlernten. Nur zweimal nahmen wir ein Taxi: einmal, als Nico in Eile war, den Sonnenuntergang vom Heptapyrgion aus zu fotografieren und das andere Mal, als wir zum Flughafen mussten. Taxen sind eigentlich überall zu finden und die Taxifahrer verhalten sich einem sehr fair gegenüber, keine teuren Preise und sie „bescheißen“ einen auch nicht wegen des Wegs. Man findet sie fast an jeder Ecke. Daher nennen die Griechen sie auch „Piazza“.

 

Es soll auch einen guten öffentlichen Bus-Nahverkehr in Thessaloniki geben, sodass man einfach von A nach B kommen kann. Die Fahrkarten waren auch nicht teuer, sie lagen zwischen 1 € für ein 70-Minuten-Ticket, wenn man sie am Kiosk kauft und bei 1,10 €, wenn man sie am Automaten an einer Busstation erwirbt. Allerdings hielten wir uns vor allem im Zentrum auf, daher mussten wir am Ende kein einziges Mal den Bus nehmen.

 

Wo man in Thessaloniki unterkommen kann

 

Thessaloniki Kirche von Panagia Chalkeon

Thessaloniki Kirche von Panagia Chalkeon

Wir verbrachten unsere Zeit in einer Airbnb-Apartment-Wohnung in der Nähe des Aristoteles-Platzes, die im belebtesten Teil von Thessaloniki liegen sollte. Unser Apartment lag direkt vor Yahudi Hammami, ein altes osmanisches Bad. Am Ende war es eine sehr gute Idee, ein Apartment gemietet zu haben – nicht nur wegen der Nähe zu den vielen touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern weil es genau in der Nachbarschaft des Ladadika-Virtels liegt, das für seine Restaurants mit seinen leckeren Speisen berühmt ist.

 

Im Großen und Ganzen ist es nie eine schlechte Idee, in der Nähe des Aristoteles-Platzes zu wohnen, da man in wenigen Minuten das Ufer und das Mittelmeer fußläufig erreichen kann. Man befindet sich auch ganz in der Nähe der meisten touristischen Attraktionen, Geschäften und Restaurants. Wenn man ein gutes Restaurant sucht, ist es sicherlich eine gute Idee, die typischen Touristenstraßen zu verlassen und das nahe gelegenen Ladadika-Viertel aufzusuchen, wo man vor allem griechische, aber nicht nur griechische Restaurants findet.

 

Meze und Bäckereien in Thessaloniki

 

Es ist fast eine Sünde, wenn man Griechenland besucht und keine Meze probiert hat, man sollte immer einmal diese leckeren Kleinigkeiten probieren. Wie unsere Gastmutter uns erzählte, kann man sich hinsichtlich der Restaurants in Thessaloniki niemals vertun. Am ersten Tag unserer Reise statteten wir dem Restaurant namens „Full Tou Meze“ einen Besuch ab. Dieses Restaurant erinnerte ein bisschen an ein Lebensmittelgeschäft. An den Wändern standen Regale mit Gläsern und Dosen und die Tische waren mit einer gedruckten Tischdecke gedeckt, die den Look einer antiken griechischen Zeitung imitierte. Die Kellner waren freundlich und aufmerksam – einer sagte sogar zu uns, dass das, was wir bestellten wollten, für uns beide wohl zu viel sein würde… Die Auswahl an Fleisch und vegetarischem Meze war groß und alles, was wir bestellt hatten, war frisch zubereitet worden.

 

Wir statteten unzähligen Orten in dieser Gegend einen Besuch ab und bestellten immer zum Essen ein paar Meze, da könnten wir nichts falsch machen, hatte uns unsere Gastmutter mit auf den Weg gegeben. Abgesehen vom Essengehen probierten wir auch ein paar Gerichte auf die Hand aus. Wenn Sie einmal in Thessaloniki sind, müssen Sie unbedingt dieses Street-Food-Gericht ausprobieren: Spinatkuchen, ein Muss in Griechenland. Es gibt eine sehr beeindruckende Sache in Thessaloniki: An fast jeder Straßenecke findet sich eine Bäckerei. Abgesehen von verschiedenem Salzgebäck, welches an einem warmen Tag auch eine Hauptmahlzeit ersetzen kann, sind die Bäcker hier Meister des süßen Geschmacks! Man sagt, dass die Osmanen ihre Art des Süßgebäcks in Griechenland als Spur hinterlassen haben. Wenn man sieht, wie viele Geschäfte die verschiedensten Arten von Baklava verkaufen, klingt das plausibel. Zu unserer Lieblingsbäckerei wurde die Bäckerei „Terkenlis“, die sich in der Nähe des Aristoteles-Platzes befindet. Dort werden leckere Tsoureki (aufgeschlagenes Ei- Brotbrioche) verkauft.

 

Alles in allem hat Thessaloniki einen sehr positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Trotz des kälteren Klimas im Gegensatz zum wärmen Süden Griechenlands, haben wir jeden Tag unserer Reise genossen. Alles an diesem Ort war so einfach zu erreichen: einfach drauflos spaziergehen, ankommen und einen Ort finden, an dem man etwas verharren kann und dann gutes Essen genießen!

 

 

 

 

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