Halny Sturm in Zakopane, Tatra Gebirge

 
Irgendwie hatte ich mir Landschaftsfotografie einfacher vorgestellt. Als Stadtkind bin ich eine urbane Umgebung gewöhnt, aber trotzdem war ich auch oft genug in der Natur unterwegs. Doch irgendwie hatten unsere Ausflüge in die Natur, letztes Jahr so einiges zu bieten. Nachdem wir in den Rumänischen Karpaten mit Wolfsgeheul und „Achtung Bären“ Schildern den Berg hinunter laufen mussten und in Tschechien fast im Hochmoor stecken geblieben wären, wollten wir den Trip ins polnische Tatra Gebirge etwas ruhiger angehen lassen. Doch hier sollte uns ein besonderer Sturm namens Halny erwarten…

Die ersten Tage in Zakopane haben wir genutzt um die Gegend zu erkunden und die besten Fotospots auszumachen. Vom Gubałówka Hügel kann man ein wunderbares Bergpanorama betrachten, aber tagsüber hingen merkwürdige Wolken über den Gipfeln. Die Wolken schienen geradezu auf den Gipfeln zu verschwinden. Es drückten immer mehr Wolken in die Berge hinein ohne jedoch darüber hinweg zu ziehen. Stattdessen war es auf unserer Seite angenehm sonnig.

Wir haben uns nicht viel weiter dabei gedacht und haben das Schauspiel auch an den nächsten beiden Tagen beobachten können. Wir machten uns dann auf nach Kuznice um mit der Seilbahn auf den Kasprowy Wierch, einer der Gipfel, hinauf zu kommen. Glücklicherweise war die Seilbahn aber gerade durch Renovierungsarbeiten geschlossen. Glücklicherweise?

Ja, denn stattdessen konnten wir in Kuznice eine kleine Ausstellung im Park vor der Seilbahn-Station begutachten. Diese zeigte ein Wetterphänomen namens Halny. Halny sei ein besonderer Föhnwind, der nur im Tatra-Gebirge an der polnisch-slowakischen Grenze vorkommt. Zunächst schieben sich Wolken für 2-3 Tage auf der slowakischen Seite an die Gipfel heran und regnen ab. In der Zeit ist es auf der polnischen Seite warm und sonnig. Nach den 2-3 Tagen kommt „Halny“ dann auf die polnische Seite. Und zwar in orkanartigen Sturmböen von den Gipfeln hinunter ins Tal.

Die Fotos in der Ausstellung die Zakopane nach einem Halny-Sturm zeigten, waren nicht allzu aufmunternd. Zwar hieß es, dass die Hartgesottenen froh wären über Halny, da es alles zerstört was von schlechter Qualität ist – und Platz für neues schafft. Doch ein Blick nach oben machte uns doch klar, dass wir schnell zurück ins Hotel sollten – und definitiv nicht weiter den Berg hinauf.
 

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Technische Details

Kamera: Canon EOS 500D
Objektiv: Canon EF-S 10-22mm @ 22mm
ISO: 100
Belichtungen: 3 (-2, 0, +2)
Blende: 6.7
Belichtungszeit (mittel): 1/500s
Stativ: keins
Datum: Aufgenommen im November 2013
Ort: Vor der Seilbahn-Station zum Kasprowy Wierch in Zakopane
Software: Lightroom 5.4, Photoshop CC, Photomatix Pro, NIK Define 2, NIK Color Efex Pro 4, NIK Sharpener Pro 3
 
 

Interessante Links über Halny

» Wikipedia: Halny (en)
 
 

Hier wurde das Foto aufgenommen:

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