Der Lykabettus-Hügel

Der Lykabettus-Hügel in Athen, Griechenland

Die Akropolis war nicht der erste Hügel, welchen wir bei unserem Besuch bestiegen haben. Ein paar Einheimische hatten uns den Rat gegeben, den Lykabettus-Berg zu besteigen, welcher aus der Entfernung ein bisschen wie ein Vulkan aussieht, der mitten in das Herzen von Athen verpflanzt worden ist. Für Nico war die Idee, diesen Hügel während des Sonnenuntergangs zu besuchen, besonders verlockend, da er die Sonneneinstrahlung hinter der Akropolis einfangen wollte. Als wir die Entscheidung getroffen hatten, uns Zeit zu lassen und die Akropolis erst am letzten Tag unserer Reise als Krönung besichtigen zu wollen, stellte der Lykabettus eine tolle Idee für einen Ausflug am zweiten Tag unserer Reise dar.

 

Zunächst ein paar Infos zum Lykabettus selber.

 

Aussicht von dem Lykabettus-Hügel

Aussicht von dem Lykabettus-Hügel

Wir würden lügen, wenn wir behaupten würden, dass wir den 300 m hohen Lykabettus-Berg selber bezwungen haben – wir fuhren dort mit einem „Uber-Taxi“ hin. Ich weiß, dass man auch vom Kolonaki-Viertel (es soll einmal ein sehr, sehr vornehmes Viertel gewesen sein) mit einer Standseilbahn dorthin kommen kann. Vor dem Hintergrund, dass wir 10 Kilo Equipment schleppen mussten und die Sonne im Winter auch sehr früh untergeht, zögerten wir nicht lange, ließen uns dorthin kutschieren und liefen nur die letzten wenigen Meter zur Kapelle des heiligen Georgs, die aus dem 19. Jahrhundert stammt und auf dem Hügel thront.

 

Zu unserer Überraschung fanden wir dort nicht nur Steine und eine alte Kirche, sondern auch ein modernes Restaurant. Was für eine glorreiche Idee: ein Abendessen an einem Sonnentag. Da wir uns beeilen mussten, den Sonnenuntergang über Athen genau zur richtigen Zeit einzufangen, hatten wir leider keine Zeit mehr, uns genauer das Amphitheater auf dem Lykabettus anzusehen. Es gilt als ein berühmter und häufig gemeinschaftlich genutzter Veranstaltungsort für griechische und internationale Konzerte.

 

Der Lykabettus-Hügel wurde aus Kalkstein erschaffen, was man besonders an der Spitze des Hügels sehen kann. Allerdings ist der gesamte Boden von immergrünen Kiefern bedeckt, was ein einzigartiges Bild kreiert und an einen tropischen Vulkanhügel erinnert. Über den Ort existieren zwei Legenden. Die erste betrifft den Namen. Der Name „Lykabettus“ soll vom griechischen Wort „lycos“ abstammen, welches „Wolf“ bedeutet. Nach dieser Legende diente der Hügel als Zufluchtsort für Raubtiere. Die zweite Legende betrifft die Entstehungsgeschichte des Hügels. Der griechischen Mythologie zufolge wurde der Hügel von der Göttin Athena erschaffen, die einen Kalkstein, der von der Pallene Peninsula stammte, fallen ließ, um die Akropolis zu erschaffen.

 

Nun ein paar Infos zur Aussicht, die man vom Lykabettus auf die Akropolis hat

 

Als wir den südlichen Hang des Lykabettus ansteuerten, erblickten wir etwas Unvergessliches. Die meisten Menschen bleiben immer auf der Spitze des Lykabettus-Hügels stehen, aber Nico wollte einen besseren Winkel finden, so dass die Akropolis nicht in der Stadt versinkt, sondern quasi aus ihr emporsteigt. An manchen Stellen war der Kalkstein derart erodiert worden, sodass sich an einigen Stellen quasi Terrassen gebildet hatten, die in plötzlichen Abgründen endeten, von denen man die Kronen der Kiefern sehen konnten. Von diesen „Pisten“ aus sahen wir zu, wie die Sonne über der Akropolis unterging.

 

Sonnenuntergang über Parthenon in Athen

Parthenon in Athen

 

Auf einer Seite erblickten wir symmetrische Wohngebäude in Athen, die am späten Nachmittag fast so aussahen, als wären sie aus Sand oder Marmor erschaffen worden. Sie sahen wie ein abstraktes – fast kubistisches – Gemälde aus. Den wahren Höhepunkt stellte aber der Blick auf die Akropolis dar, die einen Blick auf das Mittelmeer und den dahinterliegenden Hafen offenbarte. Wir blieben fast drei Stunden an diesem Ort und Nico schoss im goldenen Licht der untergehenden Sonne unzählige Fotos von der Stadt. Die Art und Weise, wie der Marmor das warme Sonnenlicht reflektierte, war beeindruckend und unser Aufenthalt dort hat sich sehr gelohnt. Athen mit der Akropolis im Hintergrund sah aus, als sei sie in Brand geraten.

 

Drittens: Die griechische Küche, der „gute Deutsche“ und griechischer Wein (natürlich)

 

Als die Sonne hinter dem Meereshorizont unterging, wurde es plötzlich derartig kalt, dass Daria sogar ihr Gefühl in den Zehen verlor (trotz der sonnigen Tage sind die Nächte in Athen im Januar äußerst kalt). Die Situation wurde langsam bedrohlich. Uns war kalt und wir waren hungrig, sodass wir in der Dunkelheit die eisigen Treppen heruntereilten, um ein Uber-Taxi zu kriegen, welches uns hoffentlich zu einem Restaurant in die Stadt bringen würde. Auf Tripadvisor fanden wir schnell einen Ort, der den Namen „Karamanlidika“ trug.

 

Es war ein Restaurant, welches wie eine gewöhnliche Metzgerei aussah, allerdings standen dort Tische für die Gäste. Das Essen war hervorragend und die Menschen waren äußerst freundlich. Aber Daria musste noch Tagelang über eine Dame im Restaurant lachen, die zu Nico, als wir gerade aufbrechen wollten, gewandt sagte, sie sei sicher, er käme aus Deutschland. Sie gab ihm eine Speisekarte und kritzelte die folgenden Worten darauf: „Sie sind ein guter Deutscher, nicht wie Frau Merkel! Sie werden uns doch sicher eine Empfehlung auf Tripadvisor geben?“

 

Alles in allem war es ein langer Abend geworden, der Ausflug, die Foto-Session und das Abendessen. Aber wir mussten noch eine wichtige Sache angehen. Wenn Sie jemals nach Griechenland kommen, müssen Sie unbedingt die griechischen Weine probieren. An diesem Abend machten wir eine Flasche Wein auf und Nico sang Daria das Lied von Udo Jürgens: „Griechischer Wein…“ vor:

 

 

Schlussendlich ist Nico wirklich ein guter Deutscher…:)

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