Die Akropolis

Wir haben uns den Höhepunkt, die Akropolis zu besteigen, für das Ende aufgehoben, quasi als i-Tüpfelchen. Der Eingang zu dieser antiken Stadt lag quasi für uns um die Ecke. Das einzige, was uns davon abgehalten hatte, sofort nachdem wir angekommen waren dorthin zu gehen, war, dass wir auf einen Tag warten wollten, an dem die Sonne richtig brennt. Nachdem wir eine BBC-Dokumentation über das Parthenon, seine antike Geschichte und die Geschichte seines Wiederaufbaus gesehen hatten, fühlten wir uns gut vorbereitet. Der Wiederaufbau begann übrigens im Jahr 1975 (die Baustelle ist noch da). Anstatt eines langen Foto-Shootings wollten wir sie also endlich mit eigenen Augen sehen und feststellen können, wie der leicht gekrümmte Tempelbau die Illusion eines vollständig geraden Bauwerkes schafft.

 

Der Moment, wenn man auf die Spitze der Akropolis hinaufsteigt

 

Stellen Sie sich einen Ort vor, an dem man all die Wahrzeichen vergangener Zeiten an einem einzigen Ort sich ansehen könnte, in einer Zeit, über die man ansonsten nur in Büchern liest. Hier lagen sie vor uns: Das Dionysos-Theater, das Parthenon, der Tempel von Athena Nike, das Erechtheion und das Odeon von Herodes Atticus, welches die schönste Theaterbühne darstellte, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Die historischen Mauern stellen heute einen beeindruckenden Hintergrund für das heutige Theater dar, welches für alle möglichen Spektakel und Aufführungen genutzt wird.

 

Athen Tempel von Hephaestus aus Acropolis gesehen

Tempel von Hephaestus aus Acropolis gesehen

Falls Sie jemals planen, der Akropolis einen Besuch abzustatten, hier ein kleiner Tipp: Laufen Sie nicht sofort zu Spitze, sondern schlendern Sie zuerst ein bisschen hin und her. Wir wollten zuerst das atemberaubende Panorama gesehen haben, bevor wir uns dem Vergnügen dieses Ortes hingaben. Der Ausblick ist atemberaubend – sie könnten sehen und spüren, wie sorgfältig diese moderne Architektur in die antiken Gebäude eingebettet wurde. Ganz oben sah man sehr klar den Lykabettus-Hügel in der Ferne, welcher scheinbar aus der Stadt heraus nach außen wächst. Er sieht fast wie ewig grüner Vulkan aus.

 

 

Ein Tipp von Nico: Wenn Sie hier Fotos schießen wollen, müssen Sie alle Linsentypen mitnehmen. Glücklicherweise hatte er alles von 14-200 mm dabei, er hat es bereut, dass er eine 400 mm Linse mitgenommen hatte. Lassen Sie aber Ihr Stativ zu Hause, weil es nicht erlaubt, dort professionelle Aufnahmen zu tätigen.

 

Der Blick von der Akropolis hinunter wurde durch griechische Musik versüßt, die von einer Straßenband intoniert wurde. Wir haben die Akropolis im Januar besucht, die Sonne schien, die Temperaturen waren angenehm warm und der Platz war nicht so überfüllt mit Touristen, als wir gedacht hatten. Falls es im Urlaub regnet, schneit oder einfach nur kalt ist, sollten Sie immer besondere kulturelle Sehenswürdigkeiten besuchen, von denen Athen und die Akropolis genügend zu bieten hat.

 

Parthenon

 

Unsere besondere Aufmerksamkeit während unseres Akropolis-Besuchs richtete sich auf das Parthenon, welches wir am Ende unseres Spaziergangs erreichten. Ursprünglich war das Parthenon der Tempel von Athena, welche die Schutzpatronin der Stadt und die griechische Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes war. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass vor fast 2500 Jahren Menschen schon das Wissen hatten, wie sie ein solch perfektes und langlebiges Gebäude errichten konnten – und das ohne Zement.

 

Das Parthenon wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. erbaut. Zunächst wurde es als Tempel, dann als Schatzkammer und zuletzt als eine christliche Kirche genutzt. Während der Herrschaft der Osmanen wurde es sogar zur Moschee umgewandelt und diente im 17. Jahrhundert als Lager für Schießpulver. Es ist in der Tat fast schon ironisch, wenn man bedenkt, zu welchen unterschiedlichen Zwecken ein Gebäude im Laufe der Zeit dienen kann. Und dann kommt noch folgendes in diesem Kontext hinzu: Ursprünglich stammt der Name von einem griechischen Wort ab, welches „eine Wohnung einer unverheirateten Frau“ meint.

 

Parthenon in Athen bei Nacht

Athen’s Parthenon bei Nacht

 

Was uns im Parthenon besonders beeindruckte, waren die zahlreichen optischen Täuschungen, die den Tempel besonders mächtig und perfekt wirken lassen. Zu diesen Täuschungen gehört, dass die dorischen Säulen gekrümmt sind, sodass das gesamte Gebäude aber gerade wirkt oder die Tatsache, dass die äußeren Säulen breiter sind, was die Stärke des Gebäudes betont. Leider sind noch nicht alle Gebäude wiederaufgebaut worden, sodass es schwierig war, den Komplex ohne seine Baustellen zu fotografieren. Wie ich aber schon vorher sagte: Diese optischen Täuschungen unterstreichen die Meisterschaft der antiken Architekten und beeindrucken noch heute Tausende von Touristen. Es gibt zahlreiche Studien zur Geschichte und zu den Geheimnissen des Parthenons. Wir fanden besonders die folgende National Geographic Dokumentation interessant: >https://www.youtube.com/watch?v=c1r2CCgQGSE

 

Wofür die Akropolis steht

 

Natürlich kann man der Auffassung sein, dass man überall in Europa antike Ruinen finden kann. Man könnte sogar sagen, dass alte Architektur nichts mehr ist als beeindruckende Steine. Die Akropolis steht aber eigentlich für etwas ganz Anderes – die Demokratie. Man könnte sogar sagen, dass hier die Wiege der modernen Demokratie und der westlichen Kultur zu finden ist. Wir sind große Fans der Europäischen Gemeinschaft. Wir mussten einfach diesen Ort zuallererst in dem Jahr, in welchem wir alle EU-Hauptstädte fotografieren werden, besuchen und wir sind über die Erfahrung sehr glücklich.

 

Odeon von Herodes Atticus Theaterbühne auf Acropolis

Odeon von Herodes Atticus auf Acropolis